schmelzig, voluminös, mineralisch
Auch wenn Orangewein für viele wie eine moderne Erfindung klingt, ist er in Wahrheit eine der ältesten Weinarten der Welt. Seine Wurzeln reichen über 5.000 Jahre zurück – in den Kaukasus, genauer gesagt nach Georgien. Weiße Trauben wurden mitsamt Schalen, Kernen und manchmal sogar Stielen vergoren – ganz ohne moderne Technik, aber mit viel Zeit, Geduld und Erfahrung.
Und genau so haben auch wir unseren Orangewein hergestellt. Ein Weißburgunder, hergestellt wie man einen Rotwein machen würde. Diese uralte Methode geriet in Europa lange in Vergessenheit, weil sich die moderne Weinbereitung auf Klarheit und Frische konzentrierte. Aber heute erlebt er eine Renaissance. Er für Authentizität, Naturverbundenheit und Experimentierfreude und findet seinen Platz neben den klaren und fruchtbetonten Weinen. Für alle für die es auch mal eine andere Art des Weingenusses sein darf.
Entstanden ist ein Wein mit intensiven Aromen und einer besonderen Struktur. Er überrascht, weil er weder ganz Weißwein noch ganz Rotwein Charakter hat. Leicht gelb schimmernd im Glas, da er unfiltriert abgefüllt wurde. Wir verzichten bewusst auf die Filtration. Denn bei jedem Filtervorgang gehen feine Aromen und Nuancen verloren. Unser Orangewein kommt auf die Flasche so, wie er ist. Das macht ihn authentisch, unverfälscht und einzigartig.
Der Duft ist geprägt von der Schale und vanilligen Holznoten. Im Geschmack stehen hochreife Aromen nach Mirabelle und Reineclaude im Fokus. Schmelzig und sanft. Eine feine mineralische-salzige Note vom Kalkboden sorgt für Lebendigkeit und Länge. Ein Wein, der bleibt – im Geschmack und im Kopf.
Auf dem Etikett steht Landwein und nicht Qualitätswein. Das hat einen einfachen Grund: Moderne Weine wie dieser passen oft nicht in die starren Vorgaben des Prüfsystems. Trübung oder außergewöhnliche Aromen gelten dort als Fehler – für uns sind sie Ausdruck von Handwerk, Mut und Persönlichkeit. Gesetze ändern sich langsam, Geschmack zum Glück nicht.
Orangewein ist ein echter Allrounder am Tisch. Durch seine Struktur und feinen Gerbstoffe passt er zu vielen Gerichten, bei denen klassischer Weißwein oft zu leicht und Rotwein zu kräftig wäre. Besonders gut harmoniert er mit würzigen, aromatischen Speisen – etwa mit orientalischen Gerichten, Currys oder mediterraner Küche.
Trinktemperatur: Orangewein entfaltet sein volles Aroma am besten leicht gekühlt, bei etwa 12 bis 14 °C. Zu kalt serviert, wirken seine feinen Aromen zurückhaltend; zu warm verliert er an Frische.Am schönsten zeigt er sich, wenn er ein paar Minuten im Glas atmen darf – dann öffnet er sich und zeigt seine ganze Vielschichtigkeit. Auch leicht temperiert, fast wie ein Rotwein, bleibt er spannend und lebendig.
Alkohol: 12,5 % vol, Restzucker: 0,6 g/l, Säure: 4,6 g/l